Der englische Komponist, der im Jahr der Uraufführung vor genau 400 Jahren verstarb, gehört zu den bedeutendsten Komponisten für Zupfinstrumente. Seine Verbindung expressiven Ausdrucks mit
kontrapunktischer Kunst macht ihn nicht nur zum musikalischen Neuerer, der auch über Jahrhunderte noch zu berühren vermag, sondern auch zum Wegbereiter des modernen und populärkulturellen Liedgenres.
Die expressiven Texte, die zum Teil von Dowland selbst stammen, reichen in ihrer emotionalen Tiefe bis in die heutige Zeit. Im Lied „Come heavy sleep“ wird die Beziehung von Schlaf und Tod behandelt, sowie der bis heute nicht vollständig erforschte Dämmerzustand beim Übergang dieser beiden Phasen. Dass das Stück im Repertoire heutiger InterpretInnnen besonders häufig vertreten ist, zeigt, dass die Beschäftigung mit dieser anspruchsvollen Thematik nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Das vorliegende Werk sucht einen neuen Umgang mit der literarischen Vorlage und stellt den Versuch dar, dem über vierhundert Jahren alten Text auf eine neue Art zu begegnen. Mit motivischen und harmonischen Mitteln sollen die Verunklarung und Subtilität des beschriebenen Dämmerzustands sowie die ausgesprochen diffusen Emotionen bei der Beschäftigung mit ihm musikalisch expressiv dargestellt werden.
Stimme und Orchester stehen sich hierbei gleichberechtigt gegenüber.